JuZe Neugablonz
Offen für alle
Wenn Jugendarbeit und Behindertenarbeit zusammenkommen
Auch im Jahr 2025 wurde die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem Jugendzentrum Neugablonz und der Offenen Behindertenarbeit erfolgreich fortgeführt. Dadurch konnten wieder mehrere inklusive Veranstaltungen im Jugendzentrum stattfinden. Dazu gehörten beispielsweise gemeinsame Töpferaktionen, das gemeinsame Essen von Pizza und Getränken im Offenen Betrieb sowie ein Disco-Abend. Diese Angebote schufen einen Ort der Begegnung, an dem sich Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen kennenlernen konnten. Die Zusammenarbeit orientiert sich an den Grundideen der Inklusion. Inklusion bedeutet, dass alle Menschen selbstverständlich zur Gemeinschaft dazugehören – unabhängig davon, ob sie eine Behinderung haben oder nicht. In der Offenen Jugendarbeit ist dieses Prinzip besonders wichtig, denn sie richtet sich an alle jungen Menschen und soll Räume schaffen, in denen sie ihre Freizeit selbstbestimmt gestalten können, neue Dinge ausprobieren und soziale Kontakte knüpfen können. Auch die Offene Behindertenarbeit verfolgt ein ähnliches Ziel. Sie unterstützt Menschen mit Behinderung dabei, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Dabei geht es nicht nur um Unterstützung im Alltag, sondern auch darum, echte Begegnungen zu ermöglichen und Barrieren abzubauen.
Wenn Angebote gemeinsam stattfinden, können Vorurteile abgebaut und gegenseitiges Verständnis gestärkt werden. Die gemeinsamen Aktionen im Jugendzentrum zeigen, wie Inklusion im Alltag funktionieren kann. Jugendliche erleben direkt, wie vielfältig eine Gruppe seinkann und dass jede Person eigene Stärken und Interessen mitbringen kann. Gleichzeitig haben die Teilnehmenden der Offenen Behindertenarbeit die Möglichkeit, einen offenen Treffpunkt zu nutzen, eigene Talente zu entdecken und neue Freundschaften zu schließen. So wird das Jugendzentrum zu einem Ort, an dem Gemeinschaft, Teilhabe und gegenseitiger Respekt gelebt werden.
Töpferwerke der OBA
Hier wird Partizipation großgeschrieben!
Ein großer Dank an unsere fleißigen Hausdeligierten
Gerade in Zeiten politischer Krisen und gesellschaftlicher Herausforderungen wird die Bedeutung von Partizipation und Demokratiebildung besonders deutlich. Umso wichtiger ist es, dass Jugendliche möglichst früh erleben, wie demokratische Prozesse in ihrem direkten Umfeld funktionieren und welche Möglichkeiten sie haben, ihre eigenen Interessen einzubringen. Das Jugendzentrum Neugablonz bietet hierfür einen wichtigen Erfahrungsraum, in dem Mitbestimmung nicht nur thematisiert, sondern aktiv gelebt wird. Denn eines ist klar: Ohne das Engagement seiner Jugendlichen wäre das Jugendzentrum nicht das, was es ist.
Auch im Jahr 2025 fanden erneut die Wahlen zur Hausdelegation statt. Im Rahmen einer mit einem Quizabend verbundenen Hausversammlung konnten die Jugendlichen auf niederschwellige und zugleich motivierende Weise an diesem demokratischen Prozess teilnehmen. Dabei wurden zwei Hausdelegierte gewählt, die fortan die Interessen der Besucherinnen und Besucher vertreten. Alperen und Noel übernahmen diese verantwortungsvolle Aufgabe und fungierten als wichtige Schnittstelle zwischen den Jugendlichen und dem pädagogischen Team.
Die Mitbestimmung zeigte sich dabei ganz konkret im Alltag des Jugendzentrums: Gemeinsam mit den Hausdelegierten konnten die Jugendlichen beispielsweise darüber entscheiden, welche Produkte im Thekenverkauf angeboten werden, welche Aktionen und Projekte umgesetzt werden und welche Themen ihnen besonders wichtig sind. Dadurch wurde nicht nur die Identifikation mit dem Jugendzentrum gestärkt, sondern auch das Gefühl, ernst genommen und gehört zu werden.
Darüber hinaus engagierten sich die beiden Hausdelegierten auch über das Jugendzentrum hinaus. Im Rahmen der Vollversammlung vertraten sie die Perspektiven der Jugendlichen aus Neugablonz und setzten sich aktiv für neue Angebote ein. Ein konkretes Ergebnis dieses Engagements war der Impuls für die Umsetzung eines Selbstverteidigungskurses für Schülerinnen und Schüler – ein Thema, das von vielen Jugendlichen stark nachgefragt wurde.
Aus pädagogischer Sicht ist dieses Engagement von großer Bedeutung. Partizipation fördert nicht nur demokratisches Verständnis, sondern stärkt auch Verantwortungsbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit und Selbstwirksamkeit. Jugendliche lernen, ihre Anliegen zu formulieren, Kompromisse einzugehen und Entscheidungen gemeinsam zu treffen. Diese Erfahrungen sind grundlegend für eine aktive und verantwortungsvolle Teilhabe an der Gesellschaft.
Wir vom Jugendzentrum Neugablonz blicken daher mit großer Freude und auch mit Stolz auf das Engagement unserer Jugendlichen. Ihr Einsatz, ihre Ideen und ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, tragen maßgeblich dazu bei, das Jugendzentrum lebendig, vielfältig und zukunftsfähig zu gestalten.
Vollversammlung
Zwischen Klick und Klarblick
Medienkompetenz aktiv gestalten
Im Jahr 2025 wurde im Jugendzentrum Neugablonz ein verstärkter Fokus auf medienpädagogische Angebote gelegt, um den veränderten Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden. Da Digitale Medien heute ein selbstverständlicher Bestandteil des Alltags junger Menschen sind, ist es umso wichtiger, sie nicht nur in ihrer Nutzung zu begleiten, sondern auch ihre Medienkompetenz gezielt zu fördern. Unser Ziel war es dabei, Medien nicht als reine Konsumangebote zu begreifen, sondern sie aktiv, reflektiert und gemeinschaftlich zu nutzen.Ein zentrales Element war der Einsatz interaktiver Lernformate wie Kahoot. Durch Quizformate zu Themen wie Jugendkultur – beispielsweise Liederraten aus unterschiedlichen Musikgenres –, Geographie oder Politik konnten Wissensinhalte auf spielerische Weise vermittelt werden. Die Jugendlichen wurden dabei aktiv eingebunden und konnten ihr Wissen einbringen, erweitern und im direkten Vergleich mit anderen reflektieren. Diese Form des Lernens stärkt nicht nur die Motivation, sondern fördert auch das eigenständige Denken sowie die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Themenfeldern.
Darüber hinaus wurden digitale Spiele bewusst so eingesetzt, dass sie die Interaktion untereinander fördern. Gemeinsames Spielen über das Smartphone, etwa bei Kommunikations- und Gruppenspielen wie „Spy“, rückte das Miteinander in den Vordergrund. Im Gegensatz zum oft passiven Medienkonsum wurde hier ein sozialer Raum geschaffen, in dem Austausch, Teamfähigkeit und strategisches Denken gefördert wurden. Die Geräte dienten somit als Werkzeug zur Verbindung der Jugendlichen untereinander und nicht zur Isolation.
Ein ebenso wichtiger Bestandteil der medienpädagogischen Arbeit war die kritische Auseinandersetzung mit Medieninhalten, insbesondere im Bereich Social Media. In offenen Gesprächssituationen wurden Themen wie Selbstdarstellung, Datenschutz, Mediennutzung und mögliche Risiken aufgegriffen. Die direkte Ansprache im Alltag des Jugendzentrums erwies sich hierbei als besonders wirkungsvoll, da sie an den realen Erfahrungen der Jugendlichen anknüpft und Raum für ehrliche Reflexion bietet. Ziel war es, ein Bewusstsein für Chancen und Herausforderungen digitaler Medien zu schaffen und die Jugendlichen zu einem verantwortungsvollen Umgang zu befähigen.
Die gesellschaftliche Relevanz dieser Arbeit ist nicht zu unterschätzen. Medienkompetenz gilt heute schließlich als eine der zentralen Schlüsselqualifikationen für gesellschaftliche Teilhabe. In einer Zeit, in der Informationen jederzeit verfügbar, aber nicht immer verlässlich sind, benötigen junge Menschen Orientierung und Unterstützung, um Inhalte einordnen und bewerten zu können. Gleichzeitig müssen sie lernen, ihre eigene Mediennutzung kritisch zu hinterfragen. Durch die Verbindung von Spaß, Interaktion und kritischer Reflexion konnte das Jugendzentrum Neugablonz einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Medienkompetenz junger Menschen leisten und sie auf ihrem Weg zu verantwortungsvollen und selbstbestimmten Nutzerinnen und Nutzern digitaler Medien begleiten.
Kahoot-Quiz in der Disco
Feiern verbindet
Selbstorganisierte Partys im JUZEng
Die Partys standen dieses Jahr ganz im Zeichen der Partizipation. Besonders die Winterparty war ein voller Erfolg. Die Jugendlichen verwandelten das Jugendzentrum Neugablonz in eine festliche Winterwelt: Sie schmückten es mit beeindruckend kreativen und liebevollen Dekorationen und servierten selbst gemachten Winter-Punsch. Doch hinter jeder Party steckt viel Planung – und genau hier wird das Jugendzentrum zum Mitmachort. Während des offenen Betriebs organisieren die Jugendlichen ihre eigenen Feiern und werden dabei von den Hauptamtlichen unterstützt. Ohne eigenes Engagement keine Party: Dieses Prinzip sorgt nicht nur für ein starkes Gemeinschaftsgefühl und vermittelt wertvolle Erfahrungen in Sachen Organisation und Verantwortung.
Doch nicht nur die Partys für Jugendliche waren ein fester Bestandteil des Jahres: Auch die monatlichen Kinderdiscos trugen zur Nachwuchsförderung bei. An jedem letzten Freitag des Monats wurde zwei Stunden lang getanzt, gelacht und gefeiert – oft begleitet von passender Musik und Dekoration. Ein Angebot, das durchweg gut angenommen wurde und jungen Besucher:innen einen ersten Einblick ins Jugendzentrum ermöglichte. Feiern verbindet, schafft Erlebnisse und stärkt den Zusammenhalt. Genau das hat sich in diesem Jahr wieder gezeigt!

Kiss-Cam Fotoshoot
Das JUZEng im neuen Glanz – Einfach selbst machen!
Im vergangenen Jahr wurde im Jugendzentrum Neugablonz ein besonderes Projekt realisiert, das praktische und pädagogische Ziele verband. Während der Sommerferien nutzten Mitarbeitende und Jugendliche die ruhige Zeit gemeinsam, um ausgewählte Bereiche des Jugendzentrums zu renovieren. Dabei standen neben Verschönerungsmaßnahmen vor allem die aktive Mitgestaltung durch die Jugendlichen selbst im Vordergrund. Sie brachten eigene Ideen ein, halfen bei der Umsetzung und konnten ihre Fähigkeiten in unterschiedlichen handwerklichen Tätigkeiten erproben.
Mit Beginn des neuen Schuljahres kehrten alle anderen Jugendlichen aus den Ferien zurück und zeigten sich durchweg begeistert von den sichtbaren Veränderungen. Der neue Glanz des Jugendzentrums wirkte nicht nur einladend, sondern spiegelte auch die eigene Beteiligung wider. Viele identifizierten sich stärker mit „ihrem“ Jugendzentrum, da sie aktiv an dessen Gestaltung mitgewirkt hatten. Dies führte zu einer deutlich erhöhten Wertschätzung der Räumlichkeiten sowie zu einem achtsameren Umgang mit den neu gestalteten Bereichen.
Aus pädagogischer Sicht ist dieses Projekt ein gelungenes Beispiel für partizipative Offene Jugendarbeit. Die Mitwirkung junger Menschen an Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen stärkt nachweislich ihr Selbstwirksamkeitserleben, ihre sozialen Kompetenzen und ihr Verantwortungsbewusstsein. Indem Jugendliche erleben, dass ihre Ideen ernst genommen und umgesetzt werden, entwickeln sie ein stärkeres Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten und in gemeinschaftliche Prozesse. Darüber hinaus förderte das Renovierungsprojekt das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Gruppe. Gemeinsame Zielsetzungen, kooperative Arbeitsphasen und das Erleben von sichtbaren Ergebnissen trugen dazu bei. Jeder konnte seine individuellen Stärken einbringen und wertgeschätzt werden, wodurch ein inklusives und unterstützendes Miteinander entstand. Das Projekt im Jugendzentrum Neugablonz kann somit als nachhaltiger Impuls für zukünftige partizipative Vorhaben gewertet werden.
Jugendliche beim Streichen
Starke Eltern – Starke Familien
Familienstützpunkt im JUZEng
Ein weiterer zentraler Schwerpunkt unserer Arbeit im Jahr 2025 lag auf der gezielten Ansprache und Unterstützung von Familien mit Kindern unter sechs Jahren. In diesem Kontext konnte die Eltern-Kind-Gruppe „Pusteblume“ an die sehr positiven Erfahrungen des Vorjahres anknüpfen. Die Gruppe entwickelte sich erneut zu einem verlässlichen und gut besuchten Angebot, in dem sowohl pädagogisch begleitete Erziehungsthemen als auch das gemeinsame Spiel eine wichtige Rolle spielten. Die Teilnehmenden profitierten von einem geschützten Rahmen, in dem Austausch, gegenseitige Unterstützung und alltagsnahe Impulse zur Erziehung gleichermaßen Platz fanden. Durch die kontinuierliche fachliche Begleitung wurde eine hohe Qualität sichergestellt und die Erziehungskompetenz der Eltern nachhaltig gestärkt.
Ergänzend dazu lief im Grünen Gebäude des Jugendzentrums Neugablonz an drei Vormittagen pro Woche eine Spielgruppe in Kooperation mit dem Arbeitskreis Asyl. Hier stand insbesondere der Integrationsgedanke im Vordergrund. Familien mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen kamen zusammen, Kinder konnten erste soziale Kontakte knüpfen und die Eltern hatten die Möglichkeit, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Das niedrigschwellige Angebot leistete einen wichtigen Beitrag zur frühkindlichen Förderung sowie zur sozialen Teilhabe. Auch wenn die Spielgruppe im Sommer auslief, kann sie rückblickend als sehr wertvoller Baustein unserer Arbeit im Bereich Integration bewertet werden.
Ab Herbst intensivierte sich die Zusammenarbeit mit dem integrativen Kinder- und Familienzentrum deutlich. Durch gemeinsame Aktionen, wie beispielsweise Aktionsnachmittage für Eltern und Großeltern mit ihren Kindern, konnten neue Zielgruppen erreicht und bestehende Netzwerke weiter ausgebaut werden. Diese Kooperation trug maßgeblich dazu bei, den Stützpunkt in Neugablonz stärker im Bewusstsein der Familien zu verankern und die Sichtbarkeit unserer Angebote zu erhöhen.
Ein besonderes Highlight war der November, in dem anlässlich des Weltmännertags gezielt Angebote für Väter und Großväter initiiert wurden. So wurde in Kooperation mit MoBiKu unter anderem ein gemeinsamer Vogelhäuschenbau angeboten, der auf große Resonanz stieß. Ergänzend dazu fand ein Eltern-Talk speziell für Männer statt, bei dem Raum für Austausch und Reflexion über die eigene Vaterrolle geschaffen wurde. Mit diesen Angeboten wurde ein wichtiges Zeichen für eine stärkere Einbindung von Vätern in die Familienarbeit gesetzt. Sie wurden von den Teilnehmenden sehr positiv aufgenommen.
Insgesamt blicken wir als Stadtjugendring Kaufbeuren mit großem Stolz auf die vielfältigen und erfolgreichen Aktionen im Jahr 2025 zurück. Die konsequente Ausrichtung auf Familien mit jungen Kindern, die enge Vernetzung mit Kooperationspartner:innen sowie die bedarfsorientierte Weiterentwicklung unserer Angebote haben wesentlich dazu beigetragen, unsere Arbeit nachhaltig zu stärken und weiterzuentwickeln.