U18-Wahl - Ergebnisse
Die Jugend hat gewählt – U18-Wahl in Kaufbeuren zeigt klares politisches Interesse

Rund 800 junge Menschen haben sich in Kaufbeuren an der diesjährigen U18-Wahl beteiligt. In insgesamt fünf Wahllokalen konnten Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ihre Stimme abgeben und so ein politisches Stimmungsbild der kommenden Generation abgeben. Die Wahl fand im Vorfeld der bayerischen Kommunalwahlen statt und gibt einen spannenden Einblick, wie junge Menschen in Kaufbeuren auf die lokale Politik blicken.
Die Beteiligung zeigt deutlich: Das Interesse an politischer Mitbestimmung ist bei jungen Menschen vorhanden. Wenn Möglichkeiten geschaffen werden, werden sie auch genutzt.
Bei der Wahl zum Oberbürgermeister liegt Stefan Bosse (CSU) mit deutlichem Abstand vorne. Das Ergebnis der U18-Wahl: Bosse (CSU) erreicht 64,23 Prozent der Stimmen. Dahinter folgt Oliver Schill (Bündnis 90/Die Grünen) mit 17,95 Prozent. Pascal Lechler (SPD) kommt auf 10,00 Prozent, Alexander Uhrle (KI) auf 7,82 Prozent. Damit erhält Bosse bei den jungen Wählerinnen und Wählern eine klare Mehrheit.
Anders als in vielen anderen Kommunen wurde in Kaufbeuren bei der U18-Wahl nicht nur der Oberbürgermeister, sondern bewusst auch der Stadtrat gewählt. Das bedeutete zwar einen höheren organisatorischen Aufwand, bot jungen Menschen aber die Möglichkeit, eine der komplexeren kommunalen Wahlformen kennenzulernen.
Gerade die Stadtratswahl stellt viele Wählerinnen und Wähler vor Herausforderungen: zahlreiche Kandidierende, verschiedene Listen und viele Wahlmöglichkeiten. Die U18-Wahl bot Jugendlichen die Gelegenheit, diesen Prozess bereits praktisch zu erleben und sich mit kommunaler Demokratie auseinanderzusetzen.

Das Ergebnis der Stadtratswahl zeigt eine breite politische Streuung. Die CSU erreicht 31,01 Prozent und käme auf 12 Sitze. Die AfD folgt mit 18,08 Prozent und 7 Sitzen. Bündnis 90/Die Grünen erreichen 14,47 Prozent und 6 Sitze. Die SPD kommt auf 9,47 Prozent und 4 Sitze, Die Linke auf 9,20 Prozent ebenfalls mit 4 Sitzen. Die Freien Wähler erreichen 5,91 Prozent und 2 Sitze, die GKF 4,22 Prozent und ebenfalls 2 Sitze. FDP, KI und BSW würden jeweils einen Sitz erhalten. Die Liste BZKf bliebe ohne Sitz.

Rückmeldungen aus den Wahllokalen und Gespräche mit Jugendlichen zeigen ein interessantes Bild: Viele junge Menschen orientieren sich politisch zunehmend an Themen der Bundespolitik. Diese sind über soziale Medien und digitale Kanäle sehr präsent und prägen dadurch den politischen Blick vieler Jugendlicher stärker als kommunale Themen.
Kommunalpolitik wirkt dagegen häufig abstrakter. Gleichzeitig zeigte sich bei der U18-Wahl ein weiterer Effekt: Persönliche Bekanntheit spielt eine große Rolle. Kandidatinnen und Kandidaten, die Jugendlichen aus ihrem Alltag bekannt sind – etwa durch Schulbesuche oder öffentliche Präsenz – erhielten häufig mehr Stimmen.
Das zeigt, wie wichtig sichtbare und erreichbare Kommunalpolitik für junge Menschen ist.
In ganz Bayern haben sich mehr als 30.000 Kinder und Jugendliche an der U18-Wahl beteiligt. Auch in Kaufbeuren wurde deutlich: Demokratie ist für junge Menschen kein abstraktes Thema. Wenn sie die Möglichkeit bekommen, ihre Stimme abzugeben und politische Prozesse kennenzulernen, nutzen sie diese Chance.
Die U18-Wahl ist damit mehr als ein symbolisches Projekt. Sie ist ein wichtiger Beitrag zur politischen Bildung – und ein starkes Signal dafür, dass die nächste Generation bereit ist, Verantwortung für ihre Demokratie zu übernehmen.